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Alban Arthan, Yulfest

Die Wintersonnwende wird in vielen Kulturen gefeiert. Die Zeremonien der Wintersonnwende haben viele Namen. Alban Arthan, Yulfest, Mutternacht, geweihte Nacht (Weihnacht) um nur einige zu nennen. Sie zeigt sich in der längsten Nacht und dem kürzesten Tag des Jahres. In dieser Nacht wird das Licht des kommenden Jahres neu geboren. Die Tage werden danach länger, die Sonne zuerst schwach, gewinnt zunehmend an Kraft.

In der keltischen Mythologie wird der Sonnenkönig als kleines Kind geboren. Er symbolisiert das Vertrauen und den Glauben ins Leben, das Licht des Lebens. Daher werden zu dieser Zeit gerne weiße Kerzen genutzt. Weiß für die Unschuld, das Unbefleckte, die das neue Licht trägt.

Die Wintersonnwende wird in vielen Kulturen zelebriert. Allen Riten gleich scheint das Vergehen des Lichtes, das betrauert wird und das Wiederauferstehen des Lichts. Symbolisch werden in den Riten alle Lichter gelöscht. Etwas stirbt, doch im Tod liegt auch die Geburt in oder von etwas Neuem. Denn der Übergang wird erlebt wie eine Geburt, bei der auch zuerst eine Seins-Form stirbt, bevor eine andere beginnen kann. Im Ende des Einen liegt der Anfang des Anderen.
Der Same des Lichtes wird aus der dunklen Höhle des Mittwinters geboren. Die Sonne beginnt ihre lange Reise zum gegenüberliegenden Pol, während die Schöpfung ausatmet und neue Kraft schöpft. Der Kreislauf des Lebens beginnt auf ein Neues.

Bereits im Neolithikum, Jungsteinzeit, d. h. vor über 5.000 Jahren wurde das Wissen um die Übergänge und die besondere Bedeutung der Wintersonnwende zelebriert. Ein sehr eindrückliches Beispiel hierfür wurde in Irland gefunden. Genauer in Brugh na Boinne, Region Meath. Die Anlage ist auch unter dem Namen New Grange bekannt. Sie wurde ca. 3.150 v. Chr. erbaut.

Mit einem Durchmesser von 90 Metern und einer ursprünglichen Höhe von drei Metern, die mit Mauern aus Granit und an der Zugangsseite mit Quarzit erstellt wurden, weisst sie auf die Bedeutung derer hin, die hier begraben wurden. Vor dem Eingang befindet sich ein sehr hoher Steinpfeiler, der vollständig mit eingeritzten Spiralen bedeckt ist. Über dem Eingang befindet sich eine Öffnung. Manche Beobachter vermuten, dass er als heilige Schwelle des Tempels dient, der nur durch einen schmalen Durchgang betreten werden kann. Wer die Außenwelt zurücklässt, begibt sich auf einen schmalen, ca. 22 Meter langen Pfad in den Hügel. In dessen Mitte sich eine Mittelkammer befindet. Es wird berichtet, dass sich die Menschen hier wie in einer Gebärmutter fühlen würden. In dieser Hauptkammer befindet sich ein sieben Meter hohes Gewölbe. In jedem Jahr, ab der Wintersonnwende, dringt an 13 Tagen der Lichtstrahl bei Sonnenaufgang für ungefähr 15 Minuten durch die Öffnung über dem Eingang in den Gang und in die Kammer.

Ob die 13 Tage die 13 Monde des kommenden Jahres repräsentieren ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Eindrücklich ist es dennoch, dass die Menschen bereits im Neolithikum mit einer solchen Präzision arbeiteten. Die Präzision der Zeitrechnung ging im Laufe der Jahrtausende leider zurück. Heute kennen wir die 13 Monde in den 12 Monaten des Jahres. Die Symbolik zeigt sich in alten Märchen, bei denen es 12 gute Feen gibt und die 13. Fee vergessen zu werden scheint. Doch sie bringt sich immer in Erinnerung, wenn auch meist zu zweifelhafte Taten.

In der Moderne ist die Zeit nach der Wintersonnwende als die Zeit der Raunächte bekannt. Eine Zeit, die zu Ehren des kommenden Jahres mit Räucherwerk zelebriert und geheiligt wird.

 

 

 

 

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